📅 Zuletzt aktualisiert: 21.08.2026 · 📖 Lesezeit: ca. 11Minuten
Wer mit einem Hund nach Spanien zieht, begegnet früher oder später dem Begriff Leishmaniose.
Die canine Leishmaniose ist eine durch Parasiten verursachte Erkrankung, die insbesondere im Mittelmeerraum eine wichtige Rolle spielt. In Europa wird sie hauptsächlich durch Leishmania infantum verursacht.
Für Hundehalter in Andalusien gehört die Vorsorge deshalb zu den wichtigen Themen der tiermedizinischen Gesundheitsvorsorge.
Die wichtigste Übertragung erfolgt durch den Stich infizierter Sandmücken beziehungsweise Phlebotomen.
Dabei handelt es sich nicht um gewöhnliche Stechmücken. Phlebotomen sind sehr kleine blutsaugende Insekten.
Nimmt eine Sandmücke beim Blutsaugen Leishmanien auf, kann sie die Parasiten später beim Stich auf einen anderen geeigneten Wirt übertragen.
Die Aktivität der Sandmücken hängt stark von Temperatur, Klima und Region ab.
Im mediterranen Klima können sie über einen langen Zeitraum des Jahres aktiv sein. Besonders relevant sind die wärmeren Monate.
Viele Arten sind insbesondere in der Zeit von der Abenddämmerung bis zum Morgen aktiv.
Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Leishmaniose besteht darin, Sandmücken möglichst daran zu hindern, den Hund zu stechen.
Dafür stehen verschiedene veterinärmedizinische Präparate mit repellierender Wirkung zur Verfügung. Je nach Wirkstoff und Produkt können beispielsweise Halsbänder oder Spot-on-Präparate eingesetzt werden.
Zusätzlich können mechanische Maßnahmen helfen:
Für Hunde stehen Impfstoffe gegen canine Leishmaniose zur Verfügung. Eine Impfung kann Bestandteil eines umfassenden Schutzkonzeptes sein.
Der in der Europäischen Union zugelassene Impfstoff LetiFend dient der aktiven Immunisierung nicht infizierter Hunde gegen Leishmaniose.
Vor einer Impfung sollte der Tierarzt beurteilen, ob der Hund für die Impfung geeignet ist und welche Untersuchungen vorher erforderlich sind.
Eine Infektion mit Leishmanien kann sehr unterschiedlich verlaufen. Nicht jeder infizierte Hund entwickelt sofort erkennbare Krankheitszeichen.
Mögliche Symptome können unter anderem sein:
Besonders wichtig ist, dass eine Infektion über längere Zeit unauffällig bleiben kann. Darum können regelmäßige Kontrollen bei Hunden, die dauerhaft in einem Risikogebiet leben, sinnvoll sein.
Zur Abklärung einer möglichen Leishmanieninfektion stehen verschiedene tierärztliche Untersuchungsverfahren zur Verfügung.
Dazu können je nach Situation gehören:
Der Zeitpunkt einer Untersuchung nach möglicher Exposition spielt ebenfalls eine Rolle. Deshalb sollte der Tierarzt entscheiden, wann und mit welchem Verfahren getestet wird.
Ein positiver Leishmaniennachweis bedeutet nicht automatisch, dass bei jedem Hund dieselbe Behandlung notwendig ist.
Entscheidend sind unter anderem:
Auch nach erfolgreicher Stabilisierung können langfristige Kontrolluntersuchungen erforderlich sein.
Zusätzlich bleibt der Schutz vor Sandmücken wichtig, auch wenn der Hund bereits infiziert ist.
Zecken sind in Spanien ebenfalls ein wichtiges Thema. Besonders in warmen Regionen können sie über lange Zeiträume aktiv sein.
Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter beispielsweise Erreger der:
ESCCAP weist insbesondere darauf hin, dass die Braune Hundezecke Rhipicephalus sanguineus vor allem in Südeuropa häufig vorkommt. :contentReference[oaicite:0]{index=0}
Ein geeigneter Zeckenschutz sollte mit dem Tierarzt abgestimmt werden, besonders wenn gleichzeitig weitere Parasitenmittel eingesetzt werden.
Flöhe können Hunde und Katzen ganzjährig belasten, besonders wenn Tiere Zugang zu Haus, Garten oder anderen Tieren haben.
Ein Flohbefall verursacht nicht nur Juckreiz. Flöhe können außerdem weitere Parasiten übertragen und bei empfindlichen Tieren allergische Hautreaktionen auslösen.
Welche Maßnahmen erforderlich sind, sollte je nach Befall und Tierbestand mit einem Tierarzt abgestimmt werden.
Neben Leishmaniose gibt es in Spanien weitere durch Insekten übertragene Parasitenkrankheiten. Dazu gehört die Herzwurmerkrankung durch Dirofilaria immitis.
Der Parasit wird durch verschiedene Stechmücken übertragen. ESCCAP beschreibt Dirofilaria immitis als in Teilen Südeuropas endemisch und führt Spanien zu den betroffenen Gebieten. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
Eine Herzwurminfektion kann Herz und Lungengefäße betreffen und schwere Erkrankungen verursachen.
Gerade bei dauerhaftem Aufenthalt in Andalusien sollte das Thema beim ersten Tierarzttermin ausdrücklich angesprochen werden.
Das Klima in Andalusien unterscheidet sich deutlich von vielen Regionen Deutschlands. Dadurch können Parasiten und ihre Überträger über längere Zeiträume im Jahr aktiv sein.
Ein starres Schema wie „nur von April bis Oktober“ ist deshalb nicht automatisch für jeden Hund in Andalusien geeignet.
ESCCAP betont bei vektorübertragenen Krankheiten, dass wirksame Kontrolle sowohl die Erreger als auch deren Überträger berücksichtigen muss. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
Eine Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Deshalb bleibt auch bei geimpften Hunden ein geeigneter Schutz vor Sandmücken wichtig.
Nein. Sandmücken beziehungsweise Phlebotomen gehören zu einer anderen Insektengruppe und sind deutlich kleiner.
Eine Leishmaniose kann häufig behandelt und kontrolliert werden, sie kann jedoch eine langfristige tierärztliche Betreuung erforderlich machen. Der Verlauf hängt stark vom individuellen Hund und vom Stadium der Erkrankung ab.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ob eine Impfung sinnvoll und möglich ist, sollte individuell mit dem Tierarzt entschieden werden.
Nein. Ein Präparat kann je nach Wirkstoffen nur gegen bestimmte Parasiten oder Überträger wirken. Ein vollständiges Schutzkonzept muss das individuelle Risiko berücksichtigen.
Das hängt von Region, Wetter, Lebensweise und dem verwendeten Präparat ab. In milden Regionen können Vektoren deutlich länger aktiv sein als in kälteren Teilen Europas.
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