📅 Zuletzt aktualisiert: 19.08.2026 · 📖 Lesezeit: ca. 12Minuten
Wer aus Deutschland nach Spanien zieht, trifft auf ein Gesundheitssystem, das in einigen Punkten anders organisiert ist.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen:
Im öffentlichen Gesundheitssystem Andalusiens ist die Atención Primaria, also die medizinische Grundversorgung, für die meisten gesundheitlichen Probleme die erste Anlaufstelle.
Sie wird insbesondere durch Hausärzte, Pädiater und Pflegepersonal in Gesundheitszentren und lokalen Ambulatorien erbracht.
Das Centro de Salud ist für viele Menschen die wichtigste Anlaufstelle im öffentlichen spanischen Gesundheitssystem.
Dort befinden sich typischerweise unter anderem:
In kleineren Orten kann die Versorgung auch über ein Consultorio erfolgen.
Der Servicio Andaluz de Salud stellt einen offiziellen Suchdienst für öffentliche Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung. Dort können unter anderem Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und das zuständige Krankenhausgebiet gefunden werden.
Der spanische Hausarzt wird meist als Médico de Familia bezeichnet.
Er übernimmt im öffentlichen Gesundheitssystem eine zentrale Rolle.
Dazu gehören beispielsweise:
Nach Angaben der Junta de Andalucía gehört die Atención Primaria grundsätzlich zur ersten Zugangsebene des öffentlichen Gesundheitssystems.
Für die Atención Primaria gibt es in Andalusien mehrere Möglichkeiten zur Terminvereinbarung.
Über das Onlineportal des andalusischen Gesundheitssystems können Termine der Primärversorgung verwaltet werden.
Termine können je nach Leistung auch über die Apps des andalusischen Gesundheitssystems organisiert werden.
Salud Responde ist rund um die Uhr erreichbar.
Telefon: 955 54 50 60
Ein Termin kann außerdem über das jeweilige Centro de Salud beziehungsweise dessen Unidad de Atención a la Ciudadanía organisiert werden.
Im öffentlichen System ist die fachärztliche Versorgung grundsätzlich die nächste Versorgungsebene nach der Primärversorgung.
Dazu gehören beispielsweise:
Nach Angaben der Junta werden Termine für Krankenhausambulanzen und diagnostische Untersuchungen von den zuständigen Gesundheitsfachkräften veranlasst.
Benötigt ein Patient eine spezialisierte Behandlung, wird diese im öffentlichen System häufig über den behandelnden Arzt der Primärversorgung veranlasst.
Der Hausarzt beurteilt zunächst die Beschwerden und kann eine Weiterbehandlung oder Untersuchung im spezialisierten Bereich einleiten.
Die entsprechenden Krankenhaus- oder Diagnostiktermine werden anschließend über das öffentliche System organisiert.
Bereits vorgesehene Krankenhaus- und Diagnostiktermine können unter anderem über ClicSalud+ beziehungsweise Salud Responde eingesehen werden.
Ja – aber nicht völlig uneingeschränkt.
Im öffentlichen Gesundheitssystem Andalusiens besteht unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Recht auf freie Wahl von Hausarzt beziehungsweise Pädiater.
Nach den aktuellen Informationen des Servicio Andaluz de Salud kann zwischen verfügbaren Ärzten innerhalb der vorgesehenen regionalen Bereiche gewählt werden.
Mit sicherer elektronischer Identifikation wie digitalem Zertifikat, DNIe oder Cl@ve kann die Wahl in bestimmten Fällen über ClicSalud+ erfolgen.
Auch bei Fachärzten und Krankenhäusern bestehen gesetzlich geregelte Wahlmöglichkeiten.
Die öffentliche Krankenhausversorgung bildet eine weitere Versorgungsebene des spanischen Gesundheitssystems.
Dorthin gelangt man beispielsweise:
Für geplante Behandlungen gelten andere Zugangswege als für einen akuten medizinischen Notfall.
Neben dem öffentlichen System gibt es in Spanien ein umfangreiches privates Gesundheitsangebot.
Dazu gehören:
Bei privaten Ärzten kann häufig direkt ein Termin mit dem gewünschten Fachgebiet vereinbart werden.
Die Behandlung muss entweder selbst bezahlt oder über eine entsprechende private Krankenversicherung abgerechnet werden.
Bei Selbstzahlern sollte man sich Rechnungen und medizinische Unterlagen aufbewahren lassen.
Bei einer privaten Krankenversicherung sollte vor einem Arztbesuch geklärt werden, wie die Behandlung abgerechnet wird.
Je nach Vertrag kann beispielsweise gelten:
Gerade bei komplizierten Diagnosen, psychischen Erkrankungen oder längeren Behandlungen kann eine gemeinsame Sprache sehr hilfreich sein.
In touristisch geprägten Regionen Spaniens gibt es auch Ärzte und medizinische Einrichtungen, die deutschsprachige Behandlung anbieten.
Außerdem sollte geprüft werden, ob es sich um eine öffentliche oder private Behandlung handelt und welche Kosten beziehungsweise Versicherungsbedingungen gelten.
Medizinische Gespräche gehören zu den Situationen, in denen Sprachprobleme besonders schwierig werden können.
Hilfreich ist es, wichtige Informationen bereits vor dem Termin schriftlich vorzubereiten.
Besonders hilfreich: Nicht nur deutsche Handelsnamen von Medikamenten notieren, sondern auch die jeweiligen Wirkstoffe.
Nach aktuellen Angaben des Servicio Andaluz de Salud bietet Salud Responde einen telefonischen Übersetzungsdienst in 39 Sprachen für Menschen an, die kein Spanisch sprechen.
Der Dienst kann aus Gesundheitseinrichtungen genutzt werden, damit Patienten medizinische Versorgung in ihrer Sprache erhalten können.
Gerade beim ersten Termin bei einem neuen Arzt sind vorhandene medizinische Unterlagen hilfreich.
Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte den Übergang nach Spanien frühzeitig vorbereiten.
Medikamentennamen können sich zwischen Deutschland und Spanien unterscheiden.
Entscheidend ist deshalb häufig der Wirkstoff.
Das Thema Medikamente bauen wir deshalb zusätzlich in einem eigenen Ratgeber weiter aus.
Ein regulärer Hausarzttermin ist nicht der richtige Weg, wenn eine akute Situation sofortige medizinische Hilfe erfordert.
In Andalusien erfolgt der Zugang zu medizinischen Notfällen unter anderem über die Notfallversorgung und die allgemeine europäische Notrufnummer:
Die ausführliche Unterscheidung zwischen Hausarzt, Urgencias, Krankenhaus und 112 behandeln wir auf einer eigenen Notfallseite.
Nein. Die spezialisierte Versorgung erfolgt grundsätzlich über die vorgesehenen Zugangs- und Überweisungswege.
So pauschal stimmt das ebenfalls nicht. In Andalusien bestehen gesetzlich geregelte Wahlmöglichkeiten für Hausärzte und unter bestimmten Voraussetzungen auch für Fachärzte und Krankenhäuser.
Nein. Das hängt vom konkreten Versicherungsvertrag ab.
Eine EHIC ist grundsätzlich für medizinisch notwendige Versorgung bei vorübergehenden Aufenthalten gedacht. Sie ersetzt nicht automatisch die Absicherung bei einem dauerhaften Wohnsitzwechsel.
Spanischkenntnisse erleichtern die Versorgung erheblich. Es gibt jedoch auch deutschsprachige Ärzte und im öffentlichen andalusischen System Möglichkeiten zur Sprachunterstützung.
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